Montag, 24. September 2012
grad den Tatort gesehen
aus Dortmund, angeblich.

mannomann. von wegen alle zwanzig Minuten verdunkelte sich der Himmel, weil die im Stahlwerk irgendwas gearbeitet haben (ich hab garnicht kapiert, wie das gegangen sein soll: so viel Staub würde ja wieder runterkommen, da würde man ja garnicht atmen können). das hätte den armen Triebtäter so fürchterlich deprimiert, damals.

so ein Quatsch. alle 4 Stunden ging die Hörder Sonne auf.

tags und nachts wurde am Hochofen im Werk Phoenix geschuftet. alle paar Stunden wurde die Schlacke abgestochen. das glühende Zeug floss in ein Auskühlbecken so groß wie ein Fussballfeld und leuchtete dabei zum Himmel. für etwa 30 Sekunden war dann der ganze dortmunder Süden taghell erleuchtet, so hell war das. die Glut erleuchtete die aufsteigende Dampfwolke und die erleuchtete wiederum die Stadt.

Als Kind fand ich das normal, dass da paarmal am Tag die Sonne aufgeht. dass gab uns Kindern Zuversicht und die Sicherheit, dass unsere Väter auch weiter nen gut bezahlten Job hatten.

wenigstens soviel stimmte: ein Baggersee ist da, wo einst das ewige Licht von Hörde die Abgase des Hochofens abfackelte.

insgesamt war das ja wohl eher verdrehter Blödsinn mit deprimierender Lichtstimmung.

datt muss besser werden, sonst mag ich den Tatort aus Dortmund nicht.

(aber gute Sprüche hattense ja...)

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Bißchen trübe zwischendurch, aber sonst ganz interessant kam der rüber.

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naja. meine Heimat habe ich da aber nicht wiedererkannt.

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Es kann doch nur besser werden.
Dieser Zwang, daß jede Figur irgendeine abgründige Vergangenheit/Gegenwart haben muß, fand ich etwas zu bemüht. Vielleicht bin ich auch nur zu normal. Das Ding mit den Raviolis, macht man das heute noch so? Ich dachte, die letzten Dosen wären in den 80ern auf dem Zeltplatz geblieben mit der Luftmatratze, die morgens immer leer war.

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Ich fand den fürchterlich.
"Horst Schimanski komm zurück!" hat gestern einer gerufen.

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ich auch. der hatte wenigstens seinen Tanner.

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Gut das jemand der dort wohnt solche Details kennt ist klar. Aber auf der anderen Seite stehen halt 99% der Zuschauer die mit dem Ruhrgebiet (der Vergangenheit) dreckigen Himmel verbinden und für die hat die Szene funktioniert.

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ach so. wenn man das Ruhrgebiet verdunkelt und auf industrielle Luftverschmutzung reduziert, ist das ok?

aber wehe, Einer reduziert die Schwarzwälder auf ihre Kuckucksuhren oder die Bayern aufs Hofbräuhaus (was ja irgendwie wenigstens stimmt), dann ist schon was los.

und wenn dann Einer Ostfriesland auf unterbelichtete Milchbauern (die es mit Sicherheit sehr selten bis überhaupt nicht gibt), schreit die ganze Nation genauso auf, wie wenn alle Deutschen kollektiv mit dem Oktoberfest identifiziert würden. nur mit dem Ruhrgebiet kann man es wohl machen.

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